1. Platz in der Jahrgangsstufe 8
Joline Sophie Kreth
Kreisgymnasium Heinsberg

Einzig das Gefühl
Sie ist alleine, sie ist verliebt.
Und, das ist eigentlich ein schönes Gefühl.
Doch sie liebt die falschen Dinge, denn ihr zuhause ist zu kühl.
Sie ist noch jung, die Liebe war ein Dieb.
Raubte ihr den Atem, die Fragen,
Die Stimmen die Böses sagen.
Ja, sie ist verliebt. Falls ihr euch fragt in wen,
Weil die Wahrheit immer an’s Licht kommt, das werdet ihr noch seh’n.
Er sieht verlockend aus, doch täusch‘ dich nicht
– Nur weil es schön glänzt, heißt es nicht, dass es Gold ist.
Er hilft ihr von zu Hause zu flieh’n,
Sie möchte sich dem gar nicht enzieh’n.
Ja, sie ist verliebt, er ist wie in ihren Fantasien,
Er ist perfekt ganz und gar,
Es ist schön und doch so wahr. Oder, naja?
Können ohne Worte Stunden nur dort liegen.
Er gibt ihr das Gefühl, sie könne fliegen.
Sie ist verliebt, sie ist wie benomm’n,
Doch sie muss langsam mal zu sich komm’n.
Nun hol’n sie Tatsach’n zurück auf den Boden,
Es war gelogen, denn sie ist nie geflogen,
Ja, sie war nie verliebt, sie griff nur zu früh nach den Drogen.
Sie will noch nicht, eigentlich niemals zurück,
Das beste Gefühl, denn mit ihn’n hat sie Glück.
‚Das beste Gefühl‘, das Gefühl, daran hielt sie fest, darin war sie
verliebt,
Wenn das Leben dir Alles, Alles nimmt, in einer Welt die dir niemals
etwas gibt,
Außer Krieg, Macht, für sie Spiel, Satz und Sieg
Doch nie Sieg für uns, für niemanden, auch nicht für sie.
Denn sie war nie verliebt, nein, und sie wollte nie so enden, mit nem
schlimmen Kater,
Doch sie wird ihm immer ähnlicher – Ihr Vater.
Ihr Vater, und nein, da klopft es an der Tür,
Sie weiß schon, wer es ist, fragt sich nur wofür.
Wofür diesmal? Ist er wütend, ist er traurig?
Tut er wieder unmündig, weil das Leben ihn aufmischt, auf ihn
drauftritt?
Wie jedes Mal – Will, dass er aufgibt?
Während er sich als den Guten ausgibt,
doch er riecht mal wieder so rauchig.
So nach Rauch, also Drogen, die eine Entscheidung sind,
So wie es eine Entscheidung war, die Finger zu lassen von dem armen
Kind.
Er bringt ihr Herz zum Beben,
als Fluch, nicht als Segen‘.
Sie wird niemals leben,
Nicht wirklich, das wird es für sie nie geben,
da sie nicht glaubt, dass Reden etwas bringt.
Morgens steht sie auf, wenn der Vogel singt,
Weil sie funktionieren muss, nicht weil sie will,
Und so verhallt ihre Stimme, für immer, immer still.
Denn sie war nie verliebt,
Nur in einzig das Gefühl.
